Artikel von Holger
PlayStation Move, Microsoft Kinect und Wii Motion Plus in der Übersicht
Endlich, so möchte man sagen, kommt ein wenig Bewegung in den Markt, der Bewegungssteuerung. Spätestens seit der Gamescom Mitte August sind die Alternativen zu Nintendos Wii bekannt. Microsoft veröffentlicht mit Kinect am 10. November 2010 sein entsprechendes, ehemals Project Natal getauftes Produkt. Und auch Sony veröffentlicht einige Wochen vorher, am 15. September 2010 PlayStation Move.
Wir wollen euch hier eine kleine Übersicht bieten ob sich der Kauf der neuen Produkte lohnt, oder ob der alte Branchenprimus Nintendo noch immer das A und O der Bewegungssteuerung darstellt.
Ende 2006 brachte Nintendo die Wii auf den Markt – und konnte mit einer völlig neuartigen Bewegungssteuerung überzeugen. Brauchte der Spieler ursprünglich noch normale Controller, um seine Spielfigur zu steuern, stellte Nintendo nun mit der Wii ein System vor, das auf den Bewegungen des Controllers selbst setzte. Das System misst dabei die dreidimensionalen Bewegungen des Nutzers und überträgt diese direkt auf die Spielfigur. Gerade Sportspiele boten dank der neuen Technik ein völlig neues Spielerlebnis.
Aufgrund der neuen Technologie wurde Nintendos Wii wirtschaftlich ein Erfolg. So verkaufte sich die Konsole bis 2007 mehr als dreimal so oft wie Microsofts Xbox 360, die ein Jahr früher veröffentlich wurde und noch immer die doppelte Anzahl im Vergleich zur PlayStation 3 von Sony. Auch bis heute steht Nintendos Konsole – sicherlich auch wegen der damals innovativen neuen Steuerung – betrachtet man die weltweiten Absatzzahlen, unangefochten auf Platz 1.
Weltweite Verkaufszahlen (Stand August 2010):
- Nintendo Wii: 73,5 Millionen
- Microsoft Xbox 360: 42,5 Millionen
- Sony PlayStation 3: 37,1 Millionen
Aufgrund dieser erfolgreichen Zahlen war es nur eine Frage der Zeit, bis Microsoft und Sony ein eigenes vergleichbares System vorstellen würden. Und in wenigen Wochen erscheinen nun die entsprechenden Produkte und wollen den Platzhirsch Nintendo von der Spitze verdrängen.
Lohnt sich der Kauf von Microsofts Kinect beziehungsweise von PlayStation Move? Wir wollen ein wenig Licht ins Dunkel bringen.
Kinect von Microsoft wurde der Öffentlichkeit erstmals am 1. Juni 2009, unter dem Codenamen “Project Natal”, auf der Spielemesse E3 vorgestellt. Zur Einführung wird der Preis für Kinect bei stolzen 149,- Euro liegen.
PlayStation Move, quasi als Nachfolger von Sonys EyeToy, wurde am 02. Juni 2009 erstmals vorgestellt. Hier liegt der Preis für das Starterpaket bei soliden 59,- Euro. Zusätzliche Controller, die bei Kinect nicht nötig sind, schlagen allerdings nochmals mit mindestens 30,- Euro zu Buche.
Jetzt sind wir bereits auch bei dem ersten Unterschied zwischen den beiden Modellen. Während bei Move, ähnlich wie bei der Wii, noch normale Controller im Einsatz sind, werden diese bei Kinect nicht mehr benötigt. Hier steuert der Spieler seine Spielfigur mit Händen, Armen und Beinen.
Dies hat allerdings auch zur Folge, dass die Bewegungserkennung bei Kinect nicht sehr genau ist. Es müssen quasi alle Spiele im stehen gespielt werden. Deutlich genauer ist hier die Steuerung mit Sonys Move Controllern. Die Konsole kann hier die Raumkoordinaten der leuchtenden Fernbedienung millimetergenau lokalisieren. Entsprechend sind, neben den üblichen Sport- und Tanzspielen, auch filigranere Puzzlespiele oder Ego-Shooter spielbar.
Die Vor- und Nachteile, oder besser gesagt die einzelnen Möglichkeiten, werden besonders am Tanzspiel „Michael Jackson – The Experience“ von Ubisoft deutlich. Mit Microsofts Kinect erfolgt die Steuerung mit dem gesamten Körper – auch mit den Beinen. Und ein Abbild des Spielers wird direkt in das Spiel integriert. Im Falle der Nintendo Wii erfolgt die Steuerung ausschließlich über die Bewegung der Hand. Bei Sonys Move kann zusätzlich noch gesungen werden. Weitere Details zur Steuerung und zum Spiel findet ihr auch hier.
Die Steuerungsmöglichkeiten von Sony und Microsoft sind in diesem Fall allerdings nur theoretischer Natur, da sich das Spiel von Ubisoft noch im Entwicklungsstadium befindet und der Presse noch nicht vorgeführt worden.
„Wir arbeiten dran!“ – diese Aussage hört man sowohl von Microsoft als auch von Sony. Entsprechende Patches nach dem Release der Produkte sollen die Systeme zukünftig schneller und genauer machen. Sofern man aber zum Erscheinungsdatum nur eine eher rudimentäre Version des angedachten Produkts bekommt, stellt sich natürlich die Frage, ob ein Kauf trotzdem lohnend ist, zumal Branchenkenner davon ausgehen, dass beide Firmen sicherlich noch ein bis zwei Jahre brauchen werden um das Potential voll auszuschöpfen.
Ich denke an dieser Stelle, dass ein Kauf zur Zeit nicht sinnvoll ist und möchte kurz die Gründe darlegen:
- Das Spielangebot auf beiden Konsolen unterscheidet sich nicht signifikant von Titeln, die bereits erfolgreich auf der Wii von Nintendo umgesetzt sind.
- Der stolze Preis beider Systeme geht schon fast in die Größenordnung einer Wii-Konsole.
- Es bleibt abzuwarten, ob ein Kauf sich in 1 bis 2 Jahren, wenn die Systeme ihr volles Potential abrufen, überhaupt noch lohnen wird. So wird die Xbox 360 2012 schon stolze 7 Jahre auf dem Buckel haben. Sonys PlayStation 3 hingegen auch schon 6 Jahre. Und anders als behauptet wird wohl weder Move noch Kinect den Lebenszyklus der Konsolen verlängern. Denn auch Nintendo wird irgendwann einen Wii-Nachfolger präsentieren, der dann vielleicht die anderen Konsolen, wie schon 2006, sehr alt aussehen lassen wird.
Fazit:
Der Kauf direkt zum Release ist wohl eher etwas für echte Fans, die bereit sind etwas tiefer in die Tasche zu greifen. So kostet das Kinect-Paket stolze 150,- Euro. Sonys Move liegt, mit nur einem Controller, auch noch bei stolzen 57,- Euro. Wer noch keine PlayStation 3 besitzt kann Move und Konsole in einem Bundle für circa 350,- Euro kaufen. Entsprechende Spiele gibt es für beide Plattformen ab ungefähr 35,- Euro.
Ich denke das man mit einer Kaufentscheidung getrost bis Ende des Jahres oder sogar bis zum Sommer 2011 warten sollte. Erste Kinderkrankheiten werden dann ausgemerzt sein, weitere Spieletitel werden entwickelt und es ist auch davon auszugehen, dass der Preis deutlich sinken wird.
Wie steht ihr zu den neuen Produkten von Microsoft und Sony?, oder seid ihr noch immer Fan des Marktführer Nintendo?
Wir freuen uns auf eure Kommentare.
MehrSpecial zur gamescom
Sommer, Sonne, Sonnenschein? In weiten Teilen Deutschlands ist dies im Moment leider nicht gegeben. Für alle Computer- und Videospieler unter euch also vielleicht ein Grund, um mal einen Abstecher auf die gamescom 2010 nach Köln zu machen.
Ab dem morgigen Donnerstag (19.08.2010) bis zum Sonntag (22.08.2010) steht die gamescom in Köln allen Interessierten offen. Die gamescom ist nach eigenen Angaben das größte Messe und Event-Highlight für interaktive Spiele und Unterhaltung. Mehr als 200 Welt-, Europa- und Deutschlandpremieren von Ausstellern aus über 33 Ländern werden erwartet, die den Besuchern viele spannende und exklusive Highlights auf der diesjährigen gamescom 2010 bieten werden.
Parallel dazu findet in der Kölner Innenstadt vom 20. bis zum 22. August das Cityfestival statt, wo viele Bands aus dem Bereich Rock und Pop unter dem Motto „umsonst und draußen“ Musik der Extraklasse präsentieren werden.
Und hier schließt sich dann auch der Kreis, warum wir von SPARWELT über diese Messe berichten. Denn nicht nur die Bands sind wie gesagt kostenlos zu genießen, sondern werden auch viele Hersteller und Publisher auch dieses Jahr wieder exklusive Giveaways an ihren Messeständen verschenken. Daneben haben auch viele regionale Händler, wie zum Beispiel der Mediamarkt mit Red Dead Redemption für 25 Euro, exklusive und vor allem günstige Angebote, die es zu entdecken gilt.
Köln ist also aus vielerlei Gründen in den nächsten Tagen sicherlich eine Reise wert. Viel Spaß auf der gamescom 2010!
Holger
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