Kodak: Insolvenz und Rückzug aus Kamera-Geschäft

Kodak: Insolvenz und Rückzug aus Kamera-Geschäft

Ewig scheint es her zu sein, dass wir zum Fotografieren extra einen Film einlegen mussten. Und auf diesen Film lediglich 36 Bilder passten. War der Film voll, ging es ins nächste Fotogeschäft oder in die Drogerie, um Stunden, sogar Tage auf die Entwicklung zu warten. Dennoch gehörten Fotos zu jedem Urlaub und Ereignis dazu. Umso tragischer, dass jetzt ein Unternehmen seine Fotodienste einstellt, das den Markt von Anfang an prägte: Kodak.

Heute zücken wir zum Fotografieren einfach unser Smartphone oder unsere Digitalkamera im Mini-Format. Und anschließend können wir die Bilder auf dem Display bewundern, direkt an unsere Freunde verschicken, auf den PC übertragen und selbstständig ausdrucken. Doch so selbstverständlich ist das eigentlich gar nicht. Denn vor einigen Jahren sah das Fotografieren noch viel umständlicher aus, jeder Schnappschuss war wohl überlegt. Zu den Unternehmen, die über Jahre hinweg das Fotogeschäft prägten, gehörte Kodak mit seinen Filmen und Kameras. Auf 12, 24 oder 36 Negative wurden die Fotos gebannt, die kleinen Kodak-Filme wurden anschließend zum Entwickeln ins Foto-Geschäft oder in die Drogerie gebracht.

Ab den 1880er Jahren war Kodak in den USA tätig und schaffte es dort, die Kamera zu einem beliebten Freizeitbegleiter zu machen. Im Laufe der Zeit rückte die analoge Fotografie immer mehr in den Hintergrund und Kodak brachte digitale Kameras und Möglichkeiten der digitalen Entwicklung und Sicherung auf Speichermedien auf den Markt.

Doch Anfang des Jahres stellte Kodak Antrag auf Insolvenz und fällte erst kürzlich laut Stern.de eine folgenschwere Entscheidung: Weder Video-, noch Digitalkameras oder digitale Bilderrahmen will das Unternehmen in Zukunft entwickeln und verkaufen. Trotz der Tatsache, dass Kodak als Erfinder der digitalen Kamera  gilt. Stattdessen soll auf das Geschäft mit Druckern gesetzt werden, auch Fotos sollen weiterhin entwickelt werden, online oder bei lokalen Anbietern.

Bis zu 100 Millionen US-Dollar sollen mit dieser Entscheidung gespart werden. Außerdem will Kodak einige Patente verkaufen. Eine weitere Einnahmequelle ist die Klage gegen Firmen, die Kodak-Patente verletzen. Dass dieser Schuss auch nach hinten losgehen kann, lesen wir auf Heise.de: Apple erklärte, dass Kodak gegen Patente verstoße, die sich mit der Bildvorschau befassen. Im Vorfeld hatte Kodak bereits gegen Apple geklagt – es ging um die gleiche Thematik. Zu diesem Zeitpunkt ist somit noch unklar, wer jetzt gegen welches Patent verstößt. Sollte Kodak verlieren, dürfte ein Verkaufsverbot entsprechender Produkte folgen.

Bereits angekündigte Kameramodelle sollen nicht auf den Markt kommen, noch existierende Bestände außerdem abverkauft werden. Eingestellte Produkte werden jedoch weiterhin unterstützt und Garantieansprüche bleiben gültig.

120 Jahre sind schon eine beeindruckende Firmengeschichte. Schade, dass Kodak jetzt ausgerechnet sein Kerngeschäft aufgeben muss. Ob die Strategie aufgeht und sich Kodak von den starken Verlusten erholen kann, bleibt offen.

Falls ihr noch eine Menge Schnappschüsse von Weihnachten, dem vergangenen Urlaub oder anderen Gelegenheiten gespeichert habt, dann schaut doch direkt mal in unsere Übersicht mit den günstigsten Fotoabzügen.

Eure Steffi

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