Was ist eigentlich mit unserem “Sommerschlussverkauf” passiert?
Es ist wieder Ende Juli, und wie gewohnt werden wir im Einzelhandel mit Rabatten nur so überhäuft. “Der Einzelhandel setzt zum SSV kräftig den Rotstift an“, sagte Kai Falk, Sprecher des Handelsverbands HDE.
Doch nicht nur stationär winken Rabatte, sondern auch im Versandhandel: Bei Puma, Neckermann, Otto usw. heißt es bis zu 50 Prozent Rabatt absahnen, andere Online-Shops werben mit Rabatten von bis zu 70 Prozent. Zum größten Teil tauchen die Begriffe „Sommer Sale“, „Saison Sale“, „Top-Sale“ oder „Mega-Sale“ auf, und dem ein oder anderen stellt sich die Frage: Was ist eigentlich aus unserem Sommerschlussverkauf geworden? Handelt es sich nur um eine Änderung des Namens, oder steckt hinter dieser Veränderung doch mehr, als es im Vorfeld den Anschein macht?
Wir alle erinnern uns sicherlich an die große Sommerschlussverkauf-Shoppingtour. Noch bis Anfang 2004 warben die großen Einzelhandelsketten mit satten Rabatten in den letzten Juli-Wochen. Ob T-Shirts, Bademode oder andere Sommerartikel – Viele Leute warteten gespannt auf den Sommerschlussverkauf, um dann richtig zuzuschlagen.
Schlagartig wurden nicht mehr wie gewohnt zwei jährliche Saisonschlussverkäufe durchgeführt, sondern es wurde mit Rabatten zu jeder Zeit an jedem Ort geworben. Grund dafür ist die seit 2004 in Kraft getretene Reform gegen den unlauteren Wettbewerb. Somit dürfen seit dem 1. Juli 2004 Saisonschlussverkäufe nach Belieben durchgeführt werden und sind nicht auf Saisonwaren beschränkt.
Betrachtet man das Ganze, lässt sich eigentlich wenig Veränderung erkennen. Die Motive sind auch noch heutzutage dieselben, es sollen Waren der abgelaufenen Saison abverkauft und Platz für die Waren der kommenden Saison geschaffen werden. Einzige Veränderung über die Jahre ist, dass wir fast alltäglich mit Rabatten in Kontakt treten, doch ein Ende der Extra-Sommerschlussverkauf-Rabatte bedeutet das noch lange nicht. Trotz der neuen Reform sind der Sommerschluss- und Winterschlussverkauf eine gute Gelegenheit, viel Geld zu sparen – vor allem, was Mode betrifft.
Schlussendlich gibt es große Rabattaktionen über das ganze Jahr verteilt, doch bieten die letzten Wochen der Monate Juli (SSV) und Januar (WSV) sicherlich das größte Sparpotenzial für alle Sparfüchse. Wer keine Lust auf lange Schlagen, dichtes Gedränge und hysterische Menschenmengen hat, dem bleibt immer noch die Alternative auf den Online-Handel auszuweichen. Ob „Sale“, „Sommer Sale“, „Aktion-Sale“ – unser geliebter Sommerschlussverkauf ist allgegenwärtig.
Euer Sebastian

